Offener Brief zur anhaltenden und immer wiederkehrenden Kritik

Offener Brief zur anhaltenden und immer wiederkehrenden Kritik von Rechtsanwälten an der polizeilichen Arbeit nach dem Einbruch in die Tresorräume der Sparkasse Gelsenkirchen-Buer

Mit zunehmendem Unverständnisse nehmen wir als Gewerkschaft der Polizei in Gelsenkirchen wiederholte öffentliche Äußerungen von Rechtsanwälten zur Arbeit der Kolleginnen und Kollegen im Zusammenhang mit dem Einbruch in den Tresorraum der Sparkasse Gelsenkirchen zur Kenntnis.

Seit dem Einbruch in die Tresorräume der Sparkasse Gelsenkirchen-Buer arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen mit voller Kraft an der Aufklärung. Tag für Tag, Nacht für Nacht. Komplexe Spurenlage, hoher öffentlicher Druck, dauerhafte mediale Aufmerksamkeit – und mittendrin Beamtinnen und Beamte, die ihren Job machen. Gründlich, professionell, mit langem Atem. Was die Ermittlerinnen und Ermittler in diesem Verfahren leisten, ist außergewöhnlich. Über 4500 Zwölfstundenschichten, Wochenenden, die keine sind, knapp 3000 Vernehmungen, Sicherung mehrerer zehntausender Gegenstände, Auswertung von einigen tausend Spurenträger. Schritt für Schritt. Stunde um Stunde. Das ist keine Schlagzeilenarbeit, das ist Knochenarbeit. Und sie verdient Respekt.

Kritik sollte auf einer fundierten Kenntnis der tatsächlichen Umstände beruhen und mit der gebotenen Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit vorgetragen werden. Dies vermissen wir in immer wiederkehrenden Stellungnahmen deutlich! Pauschale, oder einseitige Kritik, wie sie aus der Anwaltschaft immer wieder über die Medien geäußert wird, trägt nicht zur sachlichen Aufklärung bei. Im Gegenteil: Sie gefährdet das Vertrauen in die Arbeit der Polizei und wird der tatsächlichen Leistung der Kolleginnen und Kollegen in keiner Weise gerecht.

Währenddessen erleben wir, dass aus anwaltlicher Perspektive vor allem eines im Vordergrund steht: die konsequente Vertretung wirtschaftlicher Interessen – was legitim ist, aber offenkundig auch den Blick auf die tatsächlichen polizeilichen Abläufe verzerrt.

Kritik, auch an der Polizei, ist in einem Rechtsstaat unverzichtbar. Aber sie darf nicht zur Bühne für einseitige Narrative werden.

Wir wünschen uns von Medien und „Expertinnen und Experten“, dass künftig fundierter, differenzierter und mit Kenntnis der tatsächlichen Abläufe über die Arbeit der Polizei in diesem Verfahren berichtet wird. Die Polizei Gelsenkirchen arbeitet mit Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus JEDER Polizeibehörde in NRW bis zur Erschöpfung an der Aufklärung eines Verbrechens, das in seiner Dimension einmalig ist in der Kriminalgeschichte unseres Landes. Dafür gebührt ihnen Respekt – und unser geschlossener Rückhalt als Gewerkschaft der Polizei!

 

Daniel Laßek
Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Gelsenkirchen