Interview mit dem Kreigruppenvorsitzenden der GdP Duisburg

Senioren-Kurier

Neben dem Kreisgruppenvorsitz ist er stellvertretender Vorsitzender der Bezirksvertretung Düsseldorf. Er ist 54 Jahre alt, verheiratet, lebt in Duisburg, ist seit 1977 Polizeibeamter und seit 1978 GdP-Mitglied. Die Polizeiarbeit ist ihm aus vielen Verwendungsbereichen bekannt. Seine aktuelle Stammdienststelle ist der Personalrat.
Er gibt Auskunft über die Erfahrungen seines ersten Amtsjahres.

Blickst Du auf ein schweres Jahr zurück?
Harald Jurkovic: Nein. Ich kannte die Arbeit in der GdP-Kreisgruppe schon viele Jahre und wusste weitgehend, was auf mich zukommen würde.

Was hat Dich gereizt, Dich zur Wahl zu stellen?
Harald Jurkovic: Die Gewerkschaftsarbeit hat mir immer Spaß gemacht. Noch mehr Informationen auch aus dem Kernbereich der GdP zu gewinnen, fand ich schon seit langem spannend. Und noch enger in die gewerkschaftliche Entscheidungsfindung einbezogen zu werden, war natürlich ebenso motivierend. Als die Stelle des Kreisgruppenvorsitzenden vor einem Jahr neu zu besetzen war und mich viele Freunde ermunterten zu kandidieren, habe ich mich schließlich gern zur Wahl gestellt.

Wo hast Du Erfahrungen gesammelt?
Harald Jurkovic: In unserer Kreisgruppe war ich Sprecher der Fachgruppe Wach- und Wechseldienst, Schriftführer, Kassierer und stellvertretender Vorsitzender.

War dennoch etwas neu für Dich?
Harald Jurkovic: Ja, das war der Umgang mit den Medien. Ich hatte nicht geahnt, dass dieses Betätigungsfeld inzwischen so viel Aufwand abverlangt.

Was willst Du erreichen?
Harald Jurkovic: Ich möchte u. a. junge Leute für Gewerkschaftsfragen begeistern, möchte ihnen zeigen, welche Schwachstellen in unserem Beruf zu beseitigen sind und was durch gewerkschaftliches Engagement verbessert werden konnte. Die Jugend ist unsere Zukunft. Von ihren Erfolgen profitieren auch die Älteren.

Wie könnte Dir das gelingen?
Harald Jurkovic: Das in Duisburg bestellte Feld trägt bereits Früchte.
90 % unserer Berufsanfänger werden Mitglieder in der GdP. Sie erkennen, dass wir eine Solidargemeinschaft sind, die hilft. Beispiellos ist unser Einsatz für Studierende an der Fachhochschule. Wir kümmern uns dort mit gezielten Lerntrainings um junge Kolleginnen und Kollegen, deren erfolgreicher Bachelorabschluss fraglich geworden ist. Ich setze mich persönlich als Ansprechpartner für die Mitglieder unserer JUNGEN GRUPPE ein. Unser Nachwuchs schätzt dies. Die JUNGE GRUPPE reagiert mit bemerkenswertem Engagement.

Was könnte besser sein?
Harald Jurkovic: Wir brauchen mehr GdP-Mitglieder, die entschlossen mitmachen. Ich denke u.a. an Kolleginnen und Kollegen, die sich zu Fachleuten in Disziplinarangelegenheiten fortbilden lassen. Es werden immer wieder Kollegen ungerechtfertigt angezeigt. Denen wollen wir helfen. Das geht nur dann schnell und wirksam, wenn wir über ausreichend Fachleute verfügen.

Was muss sich ändern?
Harald Jurkovic: Unsere Arbeitsbedingungen und unsere Bezahlung haben sich nicht von allein verbessert. Ihnen sind stets gesteigerte Gewerkschaftsinitiativen vorausgegangen. Heute erscheint es mir gelegentlich so, als sei es einigen Berufskolleginnen und -kollegen egal, wie sich die Zukunft entwickelt. Diese Einstellung dürfen wir nicht teilen. Wir setzen sonst den Fortschritt aufs Spiel. Unser Erfolg wird künftig davon abhängen, wie viele Kolleginnen und Kollegen wir dafür gewinnen können, sich zu Massenveranstaltungen zusammenzufinden und ggf. lautstark zu protestieren.

Fehlt es Dir an Unterstützung?
Harald Jurkovic: Nein. Der Kreisgruppenvorstand hat viel zu tun: Von der Gremienarbeit auf Landes- und Bezirksebene, über die Vorbereitung von Seminaren, die Kandidatenrekrutierung und die Betreuung von unterschiedlichen Vertretungen. Das läuft aber eingespielt und gut. Wer eine Funktion hat, nimmt sie wahr und unterstützt mich damit.

Gibt es trotzdem Enttäuschungen?
Harald Jurkovic: Selbstverständlich. Aber sie sind selten.

Was macht Dir zu schaffen?
Harald Jurkovic: Wenn sich Kollegen, denen ich angestrengt geholfen habe, als undankbar erweisen. Aber ich vergesse nie, dass sich die meisten freuen und diese Freude auch zum Ausdruck bringen.

Welche neuen Angebote macht die GdP in Duisburg?
Harald Jurkovic: Ich will an dieser Stelle zumindest auf eines hinweisen. Noch in diesem Jahr bereiten wir ein Seminar für Ermittler aus den Direktionen Kriminalität und Verkehr vor. Unsere Kolleginnen und Kollegen sollen die Gelegenheit erhalten, sich über Fragen der Arbeitsbelastung, Gesundheitsgefährdung und Haftung kompetent informieren zu lassen.

Über den Menschen Harald Jurkovic

Welchen Traumberuf hattest Du als Kind?
Harald Jurkovic: Zoologe.

Deine Lieblings-Freizeitbeschäftigungen?
Harald Jurkovic: Die Jagd und die Ausbildung von Jagdhunden.

Deine Urlaubsgebiet Nr. 1?
Harald Jurkovic: Das Allgäu.

Was langweilt Dich?
Harald Jurkovic: Phrasen und endlose Besprechungen.

Was würdest Du Dir gern abgewöhnen?
Harald Jurkovic: Meine Ungeduld.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Dir weiterhin viel Freude an Deinem Engagement und eine Menge befriedigende Erfolge.

(Das Gespräch führte Wolfgang Neiß)