12 Stunden-Dienste

In unserem Newsletter vom 27. März hatten wir das Thema 12 Stunden-Dienste bereits aufgegriffen, da uns Gerüchte erreicht hatten, dass im Innenministerium an einem weiteren Erlass zu diesem Thema gearbeitet wird. Leider haben sich die Gerüchte bewahrheitet und der Erlass (403-60.11./42.02) mit der Überschrift „Reduzierter Dienstbetrieb / Arbeitsrechtlicher Rahmen und Buchungsroutinen im Schichtdienstbetrieb“ vom 01.04.2020 wurde ohne vorherige Beteiligung des Polizeihauptpersonalrats an die Behörden gesteuert.

Aus unserer Sicht ist es vollkommen unverständlich, dass man zunächst mit der Bestätigung des gültigen Pandemieerlasses aus 2015 eine für alle Kolleginnen und Kollegen großzügige und faire Regelung trifft, um sie dann anschließend für einen Teil der Kolleginnen und Kollegen wieder zu revidieren.

Gerade die Beamtinnen und Beamten des Wachdienstes, der Leitstelle und des Gewahrsamsdienstes leisten mit den 12 Stunden-Diensten einhergehenden physischen Belastungen und den Einschränkungen im Privatleben einen sehr hohen Beitrag dafür, dass die Polizei in Köln und Leverkusen weiterhin ihren Dienst zum Wohle der Bürgerinnen und Bürgern versehen kann. Gleichzeitig sind sie es aber auch, die durch unausweichliche Kontakte zu Hilfesuchenden und Störern der größten Gefahr ausgesetzt sind. Diesen Einsatz gilt es zu stärken und nicht zu reglementieren.

Wir wissen aus vielen Gesprächen, dass die Motivation und die Solidarität in den betroffenen Dienststellen extrem hoch sind. So werden kreative Lösungen gefunden, um die Belastung durch in Teilbereichen gestiegene Einsatzzahlen zu kompensieren. Jüngere Kolleginnen und Kollegen arbeitet mehr, um älter zu entlasten. Kinderlose springen ein, wenn es für Familienväter oder -mütter Betreuungsproblem gibt.

Das aktuelle Gefühl – fehlender Wertschätzung – können wir sehr gut nachvollziehen, wir appellieren jedoch an euch: Haltet weiter zusammen, lasst euch nicht spalten, behaltet eure Motivation und steht füreinander ein. Der Blick auf und Vergleich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Dienststellen hilft uns nicht weiter. Auch der Behördenleiter und der Direktionsleiter GE haben das Problem erkannt und sind bestrebt, eine Lösung zu finden, die auch den Kolleginnen und Kollegen in den 12 Stunden-Diensten gerecht wird.