Hilfe für ukrainische Flüchtende

  Am Donnerstag erhielt die Vorsitzende unserer Frauengruppe, Angela Cramer, von einer Mitarbeiterin des Sozialamtes die Info, dass hunderte aus der Ukraine geflüchtete Menschen stundenlang vor dem Sozialamt auf der Leopoldstraße warten. Die Menschen seien übermüdet und einige Kinder sollen dehydriert gewesen sein. Die Mitarbeiter des Sozialamtes versuchten so gut es ging mit ihren eigenen Mitteln die Wartenden mit Getränken und Obst zu versorgen.

Daraufhin nahm Angela mit einem Verantwortlichen des Sozialamtes telefonisch Kontakt auf und bot unsere Hilfe an, die dankbar angenommen wurde.

Schnell wurde am Donnerstagnachmittag in einer Telefonkonferenz alles Nötige organisiert.

 

Spontan hat sich eine 5-köpfige Delegation für Freitag dienstfrei genommen und ist mit Getränken, Obst, Waffeln, Schokobrötchen und Süßigkeiten für die Kinder zur Leopoldstraße gefahren. Das Angebot wurde gerne angenommen, die Menschen waren dankbar.

Zusätzlich wurden wir dann gegen Mittag von 3 Mitarbeitern der ARGE unterstützt, die ebenfalls auf die wartenden Menschen aufmerksam geworden waren, Wasser und Obst brachten, uns ablösten und dann die weitere Versorgung übernahmen.

 

Nachdem wir uns vor Ort ein Bild gemacht hatten, war für alle schnell klar, dass wir auch am Wochenende die Versorgung der wartenden Flüchtlinge auf der Leopoldstraße weiter übernehmen wollten. Am Freitag wurden unsere Vorräte wieder aufgefüllt , so dass wir sowohl am Samstag, als auch am Sonntag wieder jeweils mit einer kleinen Gruppe die Geflüchteten mit Getränken, Obst und kleinen Knabbereien versorgen konnten.

 

Am Sonntag erreichte unsere Aktion dann auch gleichzeitig ihren Höhepunkt. Vor dem Sozialamt stand eine Frau mit einem 8 Wochen alten Baby auf dem Arm. Einen Kinderwagen hatte sie nicht, so dass sie ihr Baby stundenlang auf dem Arm hielt. Hier erhielten wir schnell die Hilfe von Thomas Krause.

Er machte sich direkt von zu Hause auf den Weg und brachte einen Kinderwagen. Kurz darauf wurde noch ein weiterer Kinderwagen benötigt für ein 2-jähriges Mädchen. Ohne zu zögern fuhr Torsten Seiler, der uns am Sonntag mit 2 seiner Kinder unterstützt hat, nach Hause und holte einen Buggy für das kleine Mädchen.

Darüber hinaus gab es Probleme bei der Unterbringung für Familien mit Hunden. Wir haben vor Ort alles in Bewegung gesetzt, um eine Familie (1 Mutter mit 2 Kindern und einem Hund), die nichts mehr besaß außer eine kleine Reisetasche und einen Rucksack, adäquat unterzubringen.

Hier kam es zu einer Unterstützung der besonderen Art:

Unser Kollege, Frank Ohmann (Mitglied der DPolG) und seine Frau, haben unmittelbar ihren Wohnwagen zu Verfügung gestellt und die Familie vorübergehend dort aufgenommen. Völlig übermüdet, aber dankbar werden sie zurzeit von Familie Ohmann verpflegt. Sie wurden mit diversen Getränken versorgt und bekamen am Abend Schnitzel mit Pommes. Es ist hier besonders schön zu sehen, dass  hier Kollegen zweier unterschiedlicher Gewerkschaften ohne jeden Interessenskonflikt und völlig unkompliziert zusammenarbeiten. Getreu dem Motto: „In den Farben getrennt, in der Sache vereint.“

Daher möchten wir uns bei Frank und seiner Familie noch einmal herzlich bedanken. Wir wissen, dass diese schnelle Reaktion nicht selbstverständlich ist.

 

Für alle Helfer war das ein bewegendes Wochenende.